Die Stimme streikt – und was Frau K. daraus lernte


Manchmal kündigt sie einfach. Kein Drama, kein Abschiedsbrief – sie ist einfach weg.

So ging es Frau K., Logopädin aus der Praxis, Mutter von zwei Kindern, Expertin für Stimmtherapie – und ausgerechnet sie saß an einem Dienstagmorgen Ende März da, öffnete den Mund, und heraus kam: nichts. Naja. Fast nichts. Ein Hauch. Ein Kratzen. Ein leises „Oh nein.“

Fünf Patienten. Kein Puffer. Und der Welttag der Stimme in zwei Wochen.

Ironisch, dachte Frau K.

Aber dann tat sie das, was sie ihren Patienten immer rät: Sie hörte auf ihre Stimme. Zum ersten Mal seit Monaten wirklich.

Erst mal durchatmen

Frau K. setzt sich. Wirklich hin. Nicht auf die Bettkante, nicht ans Schreibtischende – sie setzt sich, schließt die Augen und atmet.

Nicht weil sie es romantisch findet. Sondern weil sie weiß: Ohne Atem keine Phonation. Keine Phonation ohne Stütze. Und ihre Stütze war seit Wochen irgendwo zwischen Elternabend und Abrechnungsfrist verschwunden.

Atemübungen im Sitzen

von Helene Becker-Schmahl zu Stimme

Übungen für Verbesserung der Atmung im Rahmen der Stimmtherapie. Sie eignen sich gut für Vielsitzer oder Patienten, die ungern oder schwer in die Bodenlage kommen. Die Stampfübung (1.) ist eine Basisübung bei Problemen, die Zwerchfellatmung in ausreichendem Maße aufzubauen. Die Zeichnungen sind wieder von Juliane, der Tochter der Autorin.

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Atemübungen zur Entspannung

von ClaraElisabeth zu Stimme, Wahrnehmung

Die erste Seite gibt einen Überblick über 4 verschiedene Techniken zur Entspannung, um durch bewusstes Atmen Stress abzubauen und innere Ruhe zu finden. Die zweite Seite beinhaltet eine kurze Anleitung mit einer Zeichnung zur Atemintensivierung. Zen!

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„Das gebe ich meinen Patienten mit“, denkt sie. „Und mache es selbst nie.“

Die Stimme wieder finden

Nach zehn Minuten Atem wagt sie einen Summton. Vorsichtig. Wie man an eine Katze herantritt, die schlechte Laune hat.
Und tatsächlich – da ist sie wieder. Leise, etwas rau, aber da.

Frau K. kennt die Übungen. Sie hat sie hundertmal erklärt. Heute macht sie sie für sich selbst: Lippenflattern, Summen, SOVT. Nicht als Pflicht. Als Wiedersehen.

Stimmübungen zur Verbesserung der Resonanz

von Erik zu Stimme

Durch mehrere Übungen wird die Resonanz der Stimme erweitert. Der Therapeut achtet darauf, dass die Stimmübungen ungepresst ohne Atemdruck durchgeführt werden. Lippenrundung und Kieferstellung erzielen die Kehlkopfsenkung und verstärken den resonanzgebenden Effekt. Die Stimme soll entspannter, klarer, gehaltvoller und lauter werden. Eventuell ein Glas Wasser bereitstellen.

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Semi-Occluded Vocal Tract SOVTE (mats+)

von Anton Schweizer zu Stimme

eine kurze Übungszusammenstellung einiger SOVTE und eine Einteilung dieser Übungen nach verschiedenen Foki für die Therapie

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Die Stimme antwortet. Zögerlich zunächst. Dann klarer.

Was die Stimme eigentlich braucht

Frau K. kennt die Theorie auswendig. Stimmhygiene, Stimmökonomie, Tonusregulation. Sie hat es erklärt, aufgeschrieben, laminiert.

Und trotzdem: Flüstern als Stimmschonung? Macht sie. Ständig. Obwohl sie weiß, dass Flüstern die Stimmlippen mehr belastet als leises Sprechen.

Sie lacht kurz auf. Lautlos. Dann wirklich.

Auflageübung in Anlehnung an Eutonie

von Sandra Migdal zu Stimme, Wahrnehmung

Mögliche Hinweise und Modifikationen, um eine Patient*in durch eine Auflageübung zu führen

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„Ich brauche das selbst genauso wie meine Patienten“, denkt sie. Und das ist keine Niederlage. Das ist einfach wahr.

Zurück in den Alltag

Am Nachmittag spricht Frau K. wieder. Nicht perfekt, aber funktional. Sie erklärt ihrer ersten Patientin, was passiert ist – und warum das eigentlich ein gutes Zeichen ist.

„Die Stimme hat gestreikt, weil sie gehört werden wollte.“

Die Patientin nickt. Sie kennt das Gefühl.

Stimmroutine für den Alltag

von Anastasia zu Stimme

Stimmroutine zur Aufwärmung von Körper und Stimme mit gezielten Übungen für Transfer -Notizen/Variationen/Hilfen können in der rechten Spalte eingetragen werden

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Stimmtagebuch

von Lisa Christofferson zu Stimme, Wahrnehmung

In diesem Tagebuch können Stimmpatienten festhalten, wie sich ihre Stimme über den Tag verhielt sowie in den Anmerkungen, welche Einflüsse auf die Stimme evtl identifiziert werden können.

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Fazit von Frau K. – und ein kleiner Hinweis

„Ich therapiere Stimmen, seit ich Logopädin bin. Aber meine eigene habe ich lange behandelt wie ein Werkzeug, das einfach funktionieren soll.

Der Streik war eine Erinnerung: Die Stimme ist kein Werkzeug. Sie ist der Mensch.“

Am 16. April ist Welttag der Stimme – ein guter Tag, um kurz innezuhalten. Für deine Patienten. Und für dich.

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Die Rückmeldungen

vor 1 Monat

Danke… nochmal eine gute Zusammenfassung !

Karin Hauser
Logopädin
vor 1 Monat

Sehr hilfreich

Jana Hintze
Logopädin
vor 1 Monat

Sehr gut!

vor 1 Monat

Der Muggelstein hat mir sehr gut gefallen.

vor 1 Monat

Bin dankbar für jede neue Idee!

vor 1 Monat

Super danke. Gute Zusammenfassung

EvaAv
Lehrer:in
vor 1 Monat

Dankeschön! :-)

Katja
Logopädin
vor 1 Monat

Super, dankeeee!

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